Steuerberater Bonn
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Erbschaftsteuer/Schenkungsteuer für Betriebsvermögen: Einspruch trotz Verfassungswidrigkeit?

Wer Betriebsvermögen erbt, kann von umfangreichen erbschaftsteuerlichen Vergünstigungen profitieren. Nach der sogenannten Regelverschonung muss er nur 15 % des übertragenen Betriebsvermögens (sofort) versteuern, wennder Anteil des sogenannten Verwaltungsvermögens (= nicht produktives Vermögen) nicht mehr als 50 % beträgt,der Betrieb durch den Erben mindestens fünf Jahre fortgeführt wird unddie Summe der Löhne und Gehälter während dieser Zeit mindestens 400 % der ursprünglichen Ausgangslohnsumme beträgt.Der Erbe kann auch die sogenannte Optionsverschonung wählen und damit die vollständige Steuerfreistellung seiner (betrieblichen) Erbschaft erreichen; in diesem Fall muss er aber strengere Voraussetzungen erfüllen, denndas Verwaltungsvermögen darf nur maximal 10 % betragen,der Betrieb muss mindestens sieben Jahre fortgeführt werden unddie Summe der Löhne und Gehälter muss während dieser Zeit mindestens 700 % der Ausgangslohnsumme betragen.Die Oberfinanzdirektion Karlsruhe (OFD) weist mit aktueller Verfügung darauf hin, dass die Option noch bis zum Eintritt der materiellen Bestandskraft des Erbschaft- und Schenkungsteuerbescheides ausgeübt werden kann. Nach der Weisung gehen Erben bzw. deren steuerliche Berater daher in der Praxis häufig dazu über, erhaltene Bescheide mit vorsorglichen Einsprüchen möglichst lange offenzuhalten, um sich so eine spätere Wahlrechtsausübung zu ermöglichen.Nach Ansicht der OFD ist diese Einspruchseinlegung aber unnötig, da die Steuerbescheide seit Mitte November 2012 wegen der Frage der Verfassungsmäßigkeit des Erbschaft- und Schenkungsteuerrechts ohnehin vorläufig ergehen. Dieser Vorläufigkeitsvermerk führt nach den Ausführungen der OFD dazu, dass auch die Vergünstigungsregeln für Betriebsvermögen materiell nicht bestandskräftig werden, so dass die Optionsverschonung auch ohne Einspruch später noch ausgeübt werden kann. Im Regelfall entfällt die Vorläufigkeit erst mit Eintritt der Festsetzungsverjährung. Die OFD erklärt, dass entsprechende Einsprüche mangels Rechtsschutzbedürfnis unzulässig sind, so dass die Finanzämter den Steuerbürger bzw. Berater um Rücknahme bitten sollen und Einsprüche ansonsten als unzulässig verwerfen.

Veräußerung von GmbH-Anteilen: Ermittlung des Veräußerungserlöses

Veräußert eine Kapitalgesellschaft einen Anteil an einer Tochter-Kapitalgesellschaft, ist der Veräußerungsgewinn in Höhe von 95 % steuerfrei, 5% zählen dagegen als „pauschal nicht abziehbare Veräußerungskosten“. Doch was ist mit den tatsächlichen Veräußerungskosten, die sehr hoch sein können?

Abgeltungsteuer auch bei Darlehen zwischen Angehörigen

Während der reguläre Einkommensteuertarif mit steigendem Einkommen auf bis zu 45 % klettert, beträgt der Abgeltungsteuersatz auf Kapitalerträge konstant 25 %. Dieses Steuersatzgefälle kann zu steuergünstigen Effekten führen, wenn beispielsweise zwei Personen ein Darlehensverhältnis zum Erwerb eines Vermietungsobjekts begründen: Während der Darlehensnehmer als Vermieter der Immobilie die gezahlten Schuldzinsen als Werbungskosten im Vermietungsbereich abziehen kann und so seine dem regulären Steuersatz unterliegenden Einkünfte mindert, kann der Darlehensgeber die erhaltenen Zinszahlungen mit nur 25 % versteuern. Zwar darf der günstige Abgeltungsteuersatz nach einer Regelung des Einkommensteuergesetzes nicht in Anspruch genommen werden, wenn Gläubiger und Schuldner einander nahestehende Personen sind, allerdings hat der Bundesfinanzhof (BFH) den Anwendungsbereich dieser Regelung kürzlich drastisch beschnitten. So hat es die 25-%-Besteuerung auch einem Mann zuerkannt, der seiner Frau und seinen beiden Kindern ein Darlehen für den Erwerb eines Vermietungsobjekts gewährt hatte. Der BFH erklärte, dass Angehörige nicht per se „einander nahestehende Personen“ im Sinne der Ausschlussregelung sind. Nach dem Urteil ist von diesem Näheverhältnis nur auszugehen, wenneine beteiligte Person auf die andere einen beherrschenden Einfluss ausüben kann,dieser Einfluss durch einen Dritten auf beide Beteiligte ausgeübt werden kann,eine der Personen bei der Vereinbarung der Bedingungen der Geschäftsbeziehungen imstande ist, einen Einfluss auf die andere Person auszuüben, der außerhalb dieser Geschäftsbeziehung liegt odereine der Personen ein eigenes wirtschaftliches Interesse daran hat, dass die andere Person Einkünfte erzielt.All diese Varianten sah der BFH im vorliegenden Fall der Darlehensgewährung nicht als gegeben an. Das Gericht erklärte, dass bloße Verwandschaftsbeziehungen nicht zum Ausschluss des 25%igen Steuersatzes auf Kapitalerträge führen. Hinweis des Steuerberaters: Nahen Angehörigen öffnet sich durch die Entscheidung des BFH neuer Spielraum, um bei Darlehensverhältnissen innerhalb der Familie vom 25%igen Steuersatz zu profitieren. Zu beachten ist aber, dass das Darlehensverhältnis stets unter fremdüblichen Bedingungen geschlossen sein sollte.

Investitionsabzugsbetrag auch bei bestandskräftigem Steuerbescheid noch möglich

Als gewerblicher oder freiberuflicher Unternehmer mit einem Jahresgewinn von maximal 100.000 € (bzw. als Bilanzierer mit einem Betriebsvermögen von 235.000 €) können Sie in den Genuss eines Investitionsabzugsbetrags kommen.

Vermögensverwaltende GmbH & Co. KG: Achtung bei Verlustverrechnung

Kommanditisten bzw. deren Steuerberater kennen das Problem: In bestimmten Fällen greift die Regelung zum beschränkten Verlustausgleich (bekannt auch unter dem Kürzel 15a): Bestimmte Steuersparmodelle wurden vor nicht allzu langer Zeit nur entwickelt, um Verluste zu generieren.