Steuerberater Bonn
Kessenich / Poppelsdorf
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Steuerberater Bonn: Steuertipps zum Jahresende 2012

Wie jedes Jahr weisen wir auch diesmal zum Jahreswechsel wieder auf anstehende Neuerungen im Steuerrecht hin. Die Hinweise sind aus der Sicht des Steuerberaters zusammensgestellt, können jedoch das persönliche Beratungsgespräch nicht ersetzen. Gerne stehen wir deshalb unseren Mandanten für Rückfragen zur Verfügung. 

 

Unternehmer / Freiberufler

Sie haben noch eine Fülle von Möglichkeiten, Ihren Gewinn bis Silvester steueroptimiert zu gestalten. Nachfolgend haben wir deshalb einige Tipps zum Jahresende für Sie zusammengestellt.

Befinden sich Pkw und andere Gegenstände schon seit Jahren in Ihrem Betrieb, kann sich der Wechsel von der degressiven zur linearen Abschreibung lohnen. Das ist in der Regel dann lukrativ, wenn die restliche Abschreibungsdauer nur noch vier Jahre beträgt. Insoweit sollten Sie Ihr Anlageverzeichnis durchforsten.

Fällt das vorläufige Jahreseinkommen 2012 unerwartet schlecht aus, sollten Sie einen Antrag auf Anpassung der Vorauszahlung nach unten in Erwägung ziehen, denn eine Minderung wirkt sich entlastend auf Ihre Liquidität aus. Bei guten Ergebnissen können Sie teure Nachzahlungszinsen vermeiden, indem Sie rechtzeitig die Erhöhung der Vorauszahlungen beantragen.

Zum Jahresende ist es üblich, Geschäftsfreunde zu beschenken. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass nur Geschenke bis zu einem Wert von 35 € netto pro Empfänger und Jahr als Betriebsausgabe abzugsfähig sind und dass die Kosten auf ein besonderes Konto „Geschenke an Geschäftsfreunde“ gebucht werden müssen.

Sind Sie Kleinunternehmer, brauchen Sie keine Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen, wenn sich Ihr Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich auf 50.000 € belaufen wird und im Vorjahr höchstens 17.500 € betragen hat. Um die Höchstgrenze einzuhalten, sollten Sie einige Leistungen eventuell erst nach Silvester ausführen. Aber auch wer seine im November ausgeführten Leistungen erst Ende 2012 abrechnet und 2013 bezahlt bekommt, muss diese Umsätze nicht einbeziehen.

Zahlen Sie als Arbeitgeber Ihrer Belegschaft Weihnachtgeld, handelt es sich bei diesem um sonstige Bezüge. Die Lohnsteuer ist zum Zeitpunkt des Zuflusses beim Arbeitnehmer selbst dann einzubehalten, wenn das 13. Monatsgehalt für 2012 gewährt, aber erst 2013 ausgezahlt wird. Bei Einmalzahlungen wie dem Weihnachtsgeld bietet sich eine Entgeltumwandlung in eine betriebliche Altersversorgung an, um die Abgabenlast deutlich zu reduzieren.

Haben Sie selbst ein hohes zu versteuerndes Einkommen, sollten Sie den Abschluss eines Rürup-Vertrags noch in 2012 in Betracht ziehen, da Sie die Beitragsleistungen in großem Maße als Sonderausgaben absetzen können. Zusammen mit den Einzahlungen zur gesetzlichen oder berufsständischen Altersvorsorge können das bei Ehepaaren bis zu 29.600 € sein. Danach erfolgt eine jährliche Steigerung des Anteils um jeweils 2 % - und zwar unabhängig davon, wann der Vertrag abgeschlossen worden ist.

Steuerberater Hinweis:

Der Sonderausgabenabzug verbessert sich 2013. Dann können Verheiratete maximal 36.480 € geltend machen.

Haben Sie in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren weniger als 50.000 € Gewinn und weniger als 500.000 € Umsatz, können Sie sich von Buchführungs- und Bilanzierungspflichten befreien lassen. Ein Wechsel zur kostengünstigen Einnahmenüberschussrechnung bringt aber nicht nur Vorteile. Denn eine Bilanz hat einen deutlich höheren Informationsgehalt und ist sowohl betriebswirtschaftliche Grundlage als auch Basis für die Kreditvergabe durch Banken.

Beabsichtigen Sie 2013 bis 2015 den Kauf neuer oder gebrauchter beweglicher Anlagegüter, können Sie bereits im laufenden Jahr 40 % der voraussichtlichen Anschaffungskosten als Aufwand über einen Investitionsabzugsbetrag steuerlich absetzen. Dabei darf die Summe der innerhalb von drei Jahren abgezogenen Beträge 200.000 € nicht übersteigen. Anspruchsberechtigt sind bilanzierende Unternehmen mit einem Betriebsvermögen von maximal 235.000 € sowie Freiberufler bei einem Jahresgewinn von maximal 100.000 €.

 

Rürup-Rente ab 2013

Vor allem Unternehmer, Freiberufler, Landwirte und Rentner können über einen Rürup-Vertrag Steuern sparen, indem sie ihre Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben absetzen. Die private Basisrente lohnt sich steuerlich für Sparer, die keine oder nur geringe Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung oder die berufsständische Versorgungseinrichtung einzahlen.

Jetzt hat das Bundeskabinett eine Gesetzesinitiative beschlossen, um die staatlich geförderte Altersvorsorge ab dem 01.01.2013 attraktiver zu machen und der Altersarmut entgegenzuwirken. Künftig werden auf einem einheitlichen, verpflichtenden Informationsblatt die zentralen Inhalte des jeweiligen Vorsorgeprodukts - etwa Risiko, Renditeerwartung und Kostenanteil - übersichtlich und vergleichbar aufgeführt.

Bei der Rürup-Rente gibt es außerdem zwei Verbesserungen: Zum einen wird die Förderhöchstgrenze von 20.000 € auf 24.000 € angehoben (bei Eheleuten gilt - unabhängig vom versicherten Gatten - das Doppelte). Diese bestimmt die Höhe der Beiträge, die als Sonderausgaben in der Steuererklärung angegeben werden können.

Zum anderen erfolgt eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit: Künftig können auch Beiträge für die ergänzende Absicherung des Eintritts einer Berufsunfähigkeit bzw. einer verminderten Erwerbsfähigkeit als Berufsunfähigkeits- bzw. Erwerbsminderungsrente bei der Basisabsicherung im Alter als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Um einen Missbrauch auszuschließen, ist diese Erweiterung an die Auflage gebunden, dass bei Eintritt des Versicherungsfalls eine lebenslange Rente gezahlt werden muss. Deren Höhe hängt vom Zeitpunkt des Versicherungsfalls im Verhältnis zum geplanten Eintritt der normalen Verrentung ab.

Beispiel:

Wird ein Versicherter fünf Jahre vor dem Ausscheiden aus der Erwerbstätigkeit berufsunfähig, bekommt er die Hälfte der vertraglich versprochenen Rente. Wird er dagegen ein Jahr zuvor erwerbsunfähig, verbleiben ihm 90 %.

Hinweis des Steuerberaters:

Zur begünstigten Basisversorgung im Alter gehören auch die Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, von berufsständischen Versorgungseinrichtungen, aus der landwirtschaftlichen Alterskasse und von der Knappschaft. Zahlen Sie für diese bereits Prämien nahe 24.000 € im Jahr, bringt Ihnen ein Rürup-Vertrag keine weiteren Steuervorteile.

 

Minijob ab 2013

Ab 2013 können Minijobber bis zu 450 € im Monat verdienen, ohne darauf Lohnsteuer und Sozialversicherung zahlen zu müssen, denn der Grenzwert für geringfügig Beschäftigte wird an Neujahr um 50 € angehoben.

Diese erfreuliche Änderung hat eine zweite Neuregelung zur Folge, durch die Minijobber automatisch rentenversicherungspflichtig werden, sofern sie nicht ausdrücklich darauf verzichten. Tun sie das, bleibt es beim Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung von 15 % des Lohns in der gewerblichen Wirtschaft und 5 % in Privathaushalten. Derzeit können geringfügig entlohnte Arbeitnehmer freiwillig in die Rentenkasse einzahlen, wenn sie den Beitrag des Arbeitgebers freiwillig auf 19,6 % aufstocken. Die Umstellung erfolgt nun, da diese Möglichkeit, vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung zu erwerben, von zu wenigen Minijobbern in Anspruch genommen wird.

Als weitere Folge der Grenzverschiebung bei den Minijobs wird die Gleitzone bei den Midijobs auf 450 € bis 850 € im Monat erhöht (bisher 400 € bis 800 €). Midijobber sind zwar im Grundsatz sozialversicherungspflichtig, zahlen aber einen verringerten Betrag. Dieser nähert sich desto mehr an den regulären Satz an, je höher das Gehalt ausfällt. Künftig beträgt er bei 450,01 € ca. 10 % des Arbeitsentgelts und steigt ab 850 € auf den vollen Arbeitnehmerbeitrag von ca. 20 %.

Steuerberater Hinweis:

Für Beschäftigungsverhältnisse, die bereits vor 2013 begründet wurden, gibt es Bestandsschutz. Für Mini- und Midijobber bleiben sowohl die Rentenversicherungsfreiheit bzw. die verringerte Beitragspflicht bestehen als auch die Wahlmöglichkeit zur Aufstockung. Arbeitgeber von geringfügig entlohnten Beschäftigten erhalten ein Informationsblatt der Minijobzentrale über die neue Rechtslage. 

 

Aufwandsentschädigung im Ehrenamt 2013

Sie Sie ehrenamtlich tätig - etwa für einen gemeinnützigen Verein -, können Sie ab 2013 mehr Aufwandsentschädigungen steuer- und sozialversicherungsfrei behalten. Denn das Gemeinnützigkeitsentbürokratisierungsgesetz, welches das Bundeskabinett Ende Oktober beschlossen hat, erhöht die Freibeträge in zwei Fällen:

Die Einnahmen aus bestimmten nebenberuflichen Tätigkeiten bleiben zurzeit bis zu 2.100 € jährlich steuerfrei, weil der sogenannte Übungsleiterfreibetrag vom Gesamtbetrag abgezogen werden kann. Ferner sind sie sozialversicherungsfrei. Begünstigt sind Aufwandsentschädigungen für Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer, im Pflegedienst Tätige und Künstler, die für gemeinnützige Organisationen oder juristische Personen des öffentlichen Rechts nebenberuflich tätig sind (zu nicht mehr als 1/3 der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeitjobs). Ab dem Jahreswechsel erhöht sich der Freibetrag auf 2.400 €.

2007 wurde eine neue Pauschale fürs Ehrenamt von 500 € jährlich eingeführt. Diese kann für jede Art von Tätigkeit für gemeinnützige Vereine, Verbände oder öffentliche Einrichtungen in Anspruch genommen werden - so beispielsweise für die Tätigkeit als Vereinsvorstand, Platz- oder Gerätewart, aber auch für Reinigungs- oder Fahrdienste. Die Ehrenamtspauschale ist an die Voraussetzungen geknüpft, dass die Tätigkeit gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Organisationen fördert und nur nebenberuflich ausgeübt wird. Auch diese Pauschale steigt zum Jahreswechsel - und zwar auf 720 €.

Hinweis des Steuerberaters:

Ehegatten können die Pauschalen nicht - wie in anderen Steuerbereichen - einfach verdoppeln. Damit sie für beide Partner in Frage kommen, müssen auch beide begünstigte Tätigkeiten ausüben und dürfen ihre Einnahmen nicht miteinander verrechnen.

 

Umsatzsteuer Voranmeldung 2013: Authentifizierung

Ab 01.01.2013 ist die Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Lohnsteuer-An­mel­dungen nur noch im sogenannten authentifizierten Verfahren möglich. Unternehmer und Arbeitgeber müssen sich bei ELSTER registrieren (www.elsteronline.de/eportal), um das für die Authentifizierung nötige elektronische Zertifikat zu erhalten. Das Bundesfinanzministerium weist darauf hin, dass das Registrierungsverfahren bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen kann.

Die Finanzverwaltung bietet die Zertifizierung in drei Sicherheitsstufen an:

·       Das sogenannte ELSTERBasis-Zertifikat ist kostenlos und bietet eine hohe Sicherheit.

·       Das ELSTERSpezial-Zertifikat und

·       das ELSTERPlus-Zertifikat bieten einen sehr hohen Schutz und kosten 41 € bzw. 50 € bis 150 €.

Durch die Einführung der Authentifizierung kann nicht mehr jeder, dem die Steuernummer eines Unternehmens bekannt ist, eine elektronische Umsatzsteuer-Voranmeldung für dieses Unternehmen abgegeben.

Steuerberater Hinweis:

Sofern Sie sich bei uns umsatzsteuerlich beraten lassen, haben wir die Registrierung bereits für Sie veranlasst. Das Zertifikat, das Ihnen zugeteilt wird, können Sie auch für weitere Leistungen der Steuerverwaltung nutzen - so beispielsweise für die oben erwähnte Abgabe von Lohnsteuer-Anmeldungen.